Ein letzter vertrauter Moment zwischen Kind und Pferd: Beim Reitabschluss verabschiedeten sich die Kinder und Mitarbeitenden des Albert-Schweitzer-Kinderdorfs in Sachsen von Momo und Fridolin. Viele Streicheleinheiten, Erinnerungen und gute Wünsche begleiteten die beiden Therapiepferde auf ihrem Weg in ihr neues Zuhause.

Über viele Jahre waren die beiden Pferde ein fester Bestandteil des Kinderdorflebens. Sie begleiteten Kinder und Jugendliche in ihrem Alltag, schenkten Vertrauen, stärkten das Selbstbewusstsein und ermöglichten besondere Erfahrungen, die vielen bis heute in Erinnerung geblieben sind.

In den vergangenen Jahren haben sich die Rahmenbedingungen jedoch verändert. Gemeinsam mit Fachkräften, die über langjährige Erfahrung in der Pferdehaltung verfügen, haben wir deshalb entschieden, für Momo und Fridolin einen neuen Lebensort zu suchen. Das Wohl der Tiere stand dabei im Mittelpunkt. Beide Pferde waren im Kinderdorf nicht mehr ausreichend ausgelastet und sollten künftig wieder mehr Beschäftigung und individuelle Zuwendung erhalten.

Eine verantwortungsvolle Entscheidung zum Wohl der Tiere

Wir freuen uns sehr, dass beide Pferde in vertrauter Umgebung bleiben. Momo und Fridolin leben nun auf den Höfen zweier Mitarbeiterinnen unseres Kinderdorfs, die sie seit vielen Jahren kennen und ihnen ein artgerechtes Zuhause bieten. Für unsere Kinder bedeutet das: Der Abschied ist kein Abschied für immer. Nach Absprache können sie die beiden Pferde auch künftig besuchen.

Die Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen. Gleichzeitig entspricht sie unserem Verständnis von Verantwortung – ganz im Sinne Albert Schweitzers, für den Ehrfurcht vor dem Leben ein zentraler Wert war. Kinder und Jugendliche bestmöglich zu begleiten bedeutet für uns auch, das Wohl der Tiere ernst zu nehmen und verantwortungsbewusst zu handeln.

Auch wenn Momo und Fridolin nicht mehr zum Alltag im Kinderdorf gehören, bleiben Tiere ein wichtiger Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit. Mit unserem Bienenprojekt erleben die Kinder weiterhin Natur unmittelbar, übernehmen Verantwortung und entwickeln einen achtsamen Umgang mit Lebewesen.

Lieber Momo, lieber Fridolin – danke für die vielen gemeinsamen Jahre und die unzähligen Momente, die ihr unseren Kindern geschenkt habt. Wir wünschen euch alles Gute in eurem neuen Zuhause.

Fotos: Amelie Alsdorf