Tiere im Kinderdorf

Tiergestütze Arbeit

Seit über 20 Jahren gehört die tiergestützte Pädagogik untrennbar zu unserem Kinderdorfleben mit dazu. Tiere unterstützen Kinder und Jugendliche dabei, Vertrauen, Verantwortung und Selbstbewusstsein zu entwickeln.

Lernen und wachsen mit Tieren

Tiere können in der pädagogischen Arbeit eine besondere Verbindung schaffen. Sie begegnen Kindern wertfrei, geben Sicherheit und ermöglichen Erfahrungen, die mit Worten allein oft nicht erreichbar sind.

Im Albert-Schweitzer-Kinderdorf gehört die Begegnung mit Tieren seit vielen Jahren zur pädagogischen Arbeit. Kinder und Jugendliche erleben dabei Nähe, Verlässlichkeit und Verantwortung. Der Umgang mit Tieren kann Selbstvertrauen stärken, soziale Fähigkeiten fördern und einen achtsamen Umgang mit anderen Lebewesen vermitteln.

Auch heute sind Tiere ein selbstverständlicher Teil des Kinderdorfalltags. In einer Kinderdorffamilie in Steinbach lebt eine Katze, in der Kinderdorffamilie Dresden-Klotzsche gehört ein Hund zum Alltag. Auch in unserer Wohngruppe in Dresden-Übigau gibt es regelmäßig tierische Unterstützung: Eine pädagogische Fachkraft bringt gelegentlich ihre ausgebildete Therapiehündin mit.

Ein weiterer wichtiger Baustein ist unser Bienenprojekt im Kinderdorf Steinbach. Gemeinsam mit den Bienen erleben die Kinder Natur unmittelbar. Sie beobachten die Entwicklung des Bienenvolks, lernen ökologische Zusammenhänge kennen und übernehmen Verantwortung für die kleinen Lebewesen.

Dabei geht es nicht nur um Wissen über Tiere und Natur. Die Kinder erfahren, dass Geduld, Aufmerksamkeit und Fürsorge etwas bewirken können. Diese Erfahrungen unterstützen ihre persönliche Entwicklung und fördern wichtige soziale Kompetenzen.

Die tiergestützte Pädagogik bleibt damit ein wertvoller Bestandteil unserer Arbeit – immer orientiert an den Bedürfnissen der Kinder und den Möglichkeiten des Kinderdorfs.

Pferde waren viele Jahre ein wichtiger Bestandteil der pädagogischen Arbeit im Albert-Schweitzer-Kinderdorf in Sachsen e.V. Über zwei Jahrzehnte begleiteten Therapiepferde unsere Kinder und Jugendlichen und ermöglichten besondere Erfahrungen, die weit über das Reiten hinausgingen.

Resi, die blonde Haflinger-Stute, zog 2002 als erstes Therapiepferd ins Kinderdorf ein und wurde für viele Kinder zu einer vertrauten Begleiterin. Später kamen weitere Pferde hinzu, darunter Fridolin im Jahr 2021 und Momo im Januar 2025. Gemeinsam schenkten sie den Kindern wertvolle Momente der Nähe, des Vertrauens und der Verantwortung.

Die Arbeit mit den Pferden unterstützte unsere Kinder ganzheitlich. Der Kontakt zu den Tieren stärkte Selbstbewusstsein, soziale Fähigkeiten und die Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen. Besonders für Kinder mit belastenden Erfahrungen in ihrer Vergangenheit konnten die Begegnungen mit den Pferden eine wertvolle Unterstützung sein.

Eine verantwortungsvolle Entscheidung zum Wohl der Tiere

Die Haltung und Versorgung von Therapiepferden ist mit einem hohen Aufwand verbunden. Neben den laufenden Kosten für Unterbringung, Futter und Pflege sind insbesondere tierärztliche Versorgung und qualifizierte Begleitung wichtige Voraussetzungen für eine verantwortungsvolle Arbeit mit Tieren.

Nach vielen gemeinsamen Jahren haben wir deshalb entschieden, die Arbeit mit eigenen Therapiepferden im Kinderdorf zu beenden. Diese Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen. Gleichzeitig steht für uns das Wohl der Tiere im Mittelpunkt.

Beim Reitabschluss konnten sich die Kinder und Mitarbeitenden von Momo und Fridolin verabschieden. Beide Pferde haben inzwischen ein neues Zuhause auf den Höfen zweier Mitarbeiterinnen gefunden, wo sie weiterhin in vertrauter Umgebung leben und individuell betreut werden. Nach Absprache sind Besuche durch die Kinder weiterhin möglich.

Tiergestützte Pädagogik bleibt ein Teil unserer Arbeit

Auch wenn Momo und Fridolin nicht mehr zum Alltag im Kinderdorf gehören, bleibt die Begegnung mit Tieren ein wertvoller Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit. Mit unserem Bienenprojekt erleben Kinder weiterhin Natur unmittelbar, übernehmen Verantwortung und entwickeln einen achtsamen Umgang mit Lebewesen.

Wir danken allen Menschen, die unsere Arbeit mit den Therapiepferden in den vergangenen Jahren unterstützt haben – und vor allem Resi, Fridolin und Momo für die vielen besonderen Momente, die sie unseren Kindern geschenkt haben.

Ein Rückblick in unserer Bildergalerie

Kontakt

Albert-Schweitzer-Kinderdorf in Sachsen e.V.
Großenhainer Str. 138
01129 Dresden
T +49 351 320 351 30
F +49 351 320 351 41

verein@kinderdorf-online.de

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