„Ist Resi umgefallen, als sie gestorben ist?“ Diese Frage stellte kürzlich eines unserer Kinder – anderthalb Jahre nachdem unser Therapiepferd Resi verstorben ist. Sie zeigt, wie lange die Erinnerung an ein geliebtes Tier bleibt und wie wichtig es für Kinder ist, Antworten auf ihre Fragen zu finden.
Vor Kurzem wurde der Gedenkstein für Resi erneut mit Blumen geschmückt. Ein kleiner Ort, der eine große Bedeutung hat: Hier wird sichtbar, dass Resi weiterhin Teil unserer Kinderdorfgemeinschaft ist.
Im Jahr 2002 zog Resi ins Kinderdorf ein. Über viele Jahre trug sie unzählige Kinder auf ihrem Rücken und begleitete sie in besonderen Momenten. Sie schenkte Nähe, Ruhe und Vertrauen. Viele Kinder flüsterten ihr ihre Geheimnisse ins Ohr – und mit ihren klugen braunen Augen schien sie immer Verständnis auszustrahlen. Auch heute, anderthalb Jahre nach ihrem Tod, sprechen Kinder noch über Resi und stellen Fragen. Das ist ein wichtiger Teil ihrer Trauer. Kinder beschäftigen sich oft immer wieder mit einem Verlust, versuchen zu verstehen und suchen nach einem Umgang mit dem Abschied.
Dabei brauchen sie vor allem eines: Raum. Raum für Erinnerungen, für Gefühle und für ihre Fragen – auch wenn ein Verlust schon länger zurückliegt. Erinnerungsorte wie Resis Gedenkstein können dabei helfen. Sie geben der Trauer einen Platz und machen deutlich: Was uns wichtig war, bleibt Teil unserer Geschichte. Resi war für viele Kinder weit mehr als ein Therapiepferd. Sie war eine treue Begleiterin, eine Zuhörerin und eine besondere Seele im Kinderdorf. Die Spuren, die sie hinterlassen hat, bleiben – in den Erinnerungen der Kinder und in unseren Herzen.
