Die Ostsee ist nicht nur im Sommer ein wunderbares Reiseziel. Gerade im Herbst, wenn der große Ansturm von Badegästen vorbei ist und sich die Landschaft bunt einfärbt, kann man die Nordküste Deutschlands einmal von einer ganz anderen Seite kennenlernen. Leere Strände laden dann zu langen Spaziergängen ein. Die Natur scheint unberührt.

Einen Rückzug in die Natur, besonders nach den vergangenen anstrengenden Monaten der Corona-Pandemie, das wünschte sich unsere Wohngruppe aus dem Kinderdorf Steinbach. Und so verbrachten sie zwei Wochen der Herbstferien auf dem Poggenhof der Insel Rügen.

Lange Spaziergänge am Strand gehörten zum täglichen Programm.

Wie Sachunterricht, nur besser

„Wir hatten die Fahrräder dabei und konnten lange Radtouren mit den Kindern machen“, sagt Erzieher Matthias. „Von zwei Regentagen abgesehen, hatten wir auch immer schönes Wetter.“ Wenn die fünf Kinder nicht gerade mit dem Rad unterwegs waren, machten sie lange Spaziergänge durch die herrliche Landschaft. „Wir waren nur einen Kilometer vom Bodden entfernt“, sagt Erzieher Matthias weiter. „Dadurch hatten die Kinder die Möglichkeit, die Gezeiten zu beobachten. Das ist wie Sachunterricht, nur besser“, lacht er.

Zu einem lustigen Ereignis am Bodden kam es auch einmal. „Es war gerade Ebbe und von weit draußen kam ein Angler auf uns zugelaufen. Das war wie eine Erscheinung und die Kinder sagten gleich: ‚Der sieht ja aus wie Jesus!‘ Fische zum Teilen hatte er aber nicht dabei.“

Highlight: Fähre fahren

Einmal machten Wohngruppenleiterin Grit und Matthias einen Ausflug mit den Kindern nach Hiddensee. „Dazu mussten wir Fähre fahren und das war eine echte Sensation für die Kinder“, sagt Matthias. Und auch der Klassiker gehört zu einem Ostsee-Urlaub mit Kindern dazu: ein Besuch bei „Karls Erdbeerhof“.

Der Leuchtturm auf Hiddensee.

„Ansonsten verbrachten wir aber viel Zeit allein und abgeschieden von anderen Menschen. Das Einkaufen bündelten wir, so dass die Kinder keinen Menschenansammlungen ausgesetzt waren,“ sagt Matthias. Während des Urlaubs sammelten die Kinder viele Muscheln, fanden Hühnergötter (aber leider keinen Bernstein) und freuten sich über die Rehe, die sie täglich beobachten konnten.

„Wir sind sehr dankbar, dass wir den Urlaub so genießen konnten und fahren durften“, zieht Matthias ein Fazit. Ein paar Tage später wäre aufgrund der neuen Corona-Schutzverordnung so ein Urlaub nicht mehr möglich gewesen. Umso glücklicher sind jetzt alle Beteiligten und werden von den Erlebnissen noch lange zehren.

Hühnergötter und Muscheln fanden die Kinder viele. Aber leider keinen Bernstein.

 

2020-11-05T14:33:32+01:0005. November 2020|Allgemein, Aus dem Kinderdorf, News, Urlaub im Kinderdorf|

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