„Als wir die Idee hatten, hätte ich nicht gedacht, dass wir das wirklich machen!“ Mit diesen Worten blickte Lucy auf die vergangenen Wochen zurück. Gemeinsam mit Josi hatte sie den Wunsch, einen eigenen Inliner-Wettbewerb für die Kinder im Kinderdorf zu veranstalten. Was zunächst wie eine spontane Idee begann, entwickelte sich zu einem echten Projekt, das die beiden mit viel Engagement, Kreativität und Durchhaltevermögen selbst organisierten.
Vor rund zwei Monaten kamen Lucy und Josi mit ihrer Idee auf die pädagogischen Fachkräfte zu. Schnell wurde gemeinsam überlegt: Wie soll der Wettbewerb aussehen? Was wird dafür benötigt? Welche Vorstellungen lassen sich umsetzen und wo braucht es vielleicht andere Lösungen? Schritt für Schritt entstand aus der ersten Idee ein konkreter Plan.
Von der ersten Idee bis zur fertigen Veranstaltung
Lucy und Josi übernahmen dabei viele Aufgaben selbst. Sie erstellten Anmeldezettel und verteilten diese in den Kinderdorfhäusern. Anschließend warteten sie gespannt darauf, wie viele Kinder teilnehmen möchten. „Erst haben sich nicht so viele bei uns angemeldet“, erzählt Josi. Doch die beiden ließen sich davon nicht entmutigen. Sie entwickelten weitere Ideen, gestalteten Flyer und ein Plakat für das Gemeinschaftshaus, bastelten Medaillen aus Salzteig und kümmerten sich um die Verpflegung. Für das Buffet planten sie Kirschkuchen, Obst, Getränke und Kinderriegel. Auch die Rennstrecke entstand durch ihre eigene Vorbereitung: Gemeinsam überlegten sie sich den Verlauf der Strecke. Josi sperrte die Strecke mit Absperrband ab und Lucy markierte mit Kreide die Start- und Ziellinie.
Ein sportlicher Nachmittag voller Freude
Am 14. Juli war es schließlich so weit: Der große Tag des Inliner-Wettbewerbs war gekommen. Zehn Kinder gingen an den Start und wurden von zahlreichen Zuschauerinnen und Zuschauern angefeuert. Mit viel Begeisterung und Ehrgeiz rollten die Kinder die Strecke entlang. Nach dem Wettbewerb wartete die Siegerehrung: Nils, Josi und Felix schafften es auf das Treppchen und durften sich über ihre Platzierungen freuen. Doch auch alle anderen Teilnehmenden erhielten eine Medaille und konnten stolz auf ihre Leistung sein. Anschließend wurde das vorbereitete Buffet eröffnet und der erfolgreiche Nachmittag gemeinsam gefeiert.
Kinder gestalten ihren Alltag aktiv mit
Ein wichtiger Bestandteil der pädagogischen Arbeit im Albert-Schweitzer-Kinderdorf ist es, Kindern die Möglichkeit zu geben, eigene Ideen einzubringen und Erfahrungen in der Umsetzung zu sammeln. Wenn Kinder selbst planen, organisieren und Verantwortung übernehmen dürfen, erleben sie, dass ihre Gedanken und Wünsche ernst genommen werden.
Lucy und Josi haben bei ihrem Inliner-Wettbewerb viele wertvolle Erfahrungen gesammelt: Sie mussten Entscheidungen treffen, Aufgaben verteilen, Lösungen finden und auch dann weitermachen, wenn nicht alles sofort nach Plan lief. Die pädagogischen Fachkräfte der Kinderdorffamilien begleiteten sie dabei, standen beratend zur Seite und unterstützten die beiden, wenn Hilfe benötigt wurde.
Solche Erlebnisse stärken das Selbstvertrauen, fördern Eigenständigkeit und zeigen den Kindern, dass sie mit ihren Ideen etwas bewirken können. Der Inliner-Wettbewerb war deshalb weit mehr als ein sportlicher Nachmittag. Er war ein schönes Beispiel dafür, wie Kinder im Kinderdorf Verantwortung übernehmen, über sich hinauswachsen und erfahren können: Aus einer Idee kann Wirklichkeit werden.








